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Foto: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/dynamische_orte_der_gesellschaftlichen_
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Zeitgeschichte im Museum

vom 02.08.2020 06:18:30

Ein Schlaglicht auf die komplexe Institution des Museums wirft der jüngst erschienene Sammelband „Das umkämpfte Museum“. Er leistet eine wichtigen Beitrag zu dem in der deutschsprachigen Literatur noch immer überschaubaren Forschungsfeld der Museumsanalyse. Die Gesamtschau der Beiträge verbindet Institutionsgeschichte mit der Untersuchung des Mediums Ausstellung, indem deren Inhalte, Narrative, Gestaltung, Inszenierung, emotionale Ansprache sowie Methoden der Vermittlung in den Blick genommen werden. Die Lektüre ist für Praktiker wie für Museumswissenschaftler gleichermaßen lohnend und anregend.

Der vollständige Text meiner Rezension findet sich hier.

Radonić, Ljiljana; Uhl, Heidemarie (Hg.): Das umkämpfte Museum. Zeitgeschichte ausstellen zwischen Dekonstruktion und Sinnstiftung, Bielefeld 2020.

Der geplante Neubau des Nationalen Historischen Museums in Minsk
Foto: https://citydog.by/post/zaden-museum-minsk/

Neubau oder Museumsquartal?

vom 20.07.2020 14:46:02

So soll es aussehen, wenn es nach den bisherigen Plänen geht: Das neue Gebäude des Nationalen Historischen Museums in Minsk am Prospekt der Sieger gegenüber dem Museum der Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges. Bei den Planungen für den Neubau kam nun der Vorschlag auf, statt dessen lieber das Umfeld des jetzigen Museumsgebäudes in der Karl-Marx-Straße instand zusetzen und zu erweitern, also ein Museumsquartal im Zentrum zu schaffen. Das wäre das zweite seiner Art. Bereits rund um das Nationale Kunstmuseum wird seit einigen Jahren ein Komplex aus Ausstellungs- und Depotgebäuden, Galerien und Servicebereich gebaut. „Das letzte Wort hat Lukaschenko“, heißt es in den Meldungen.

Die Synagoge in Slonim
Foto: http://historicsynagogueseurope.org/browser.php?mode=set&id=140

Laboratorium Jüdisches Kulturerbe in Belarus

vom 03.07.2020 14:45:32

Ende Juni fand der erste Online-Workshop zum Austausch über ein zukünftiges Jüdisches Museum in Minsk statt. Impulse gab es von renommierten Referent*innen, darunter Michael Wolfssohn und Vertretern der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas sowie der Jüdischen Museen in Warschau, Moskau und Berlin.

Gemeinsam mit den lokalen Partnern vom jüdischen Museum der Gemeinde Minsk und des Zentrums für jüdisches Kulturerbe in Belarus wurden Chancen und Herausforderungen einer Museumsgründung diskutiert. Das Thema der jüdischen Geschichte und Kultur ist derzeit aktuell, in vielen Städten gibt es Initiativen und Projekt, die sich der Bewahrung jüdischer Friedhöfe (z.B. in Mogiljov), verfallener Synagogen (z.B. in Slonim) oder touristischer Programme (z.B. in Braslav) widmen.

Der nächste Workshop ist für November geplant.

Foto: Screenschot der Website https://www.jewishmuseum.by/

Es geht los: Das „Laboratorium jüdisches Kulturerbe in Belarus“ startet mit dem ersten Workshop

vom 22.06.2020 09:17:14

Mapping – Popularisierung – Institutionalisierung, das sind die Stichworte für die Module des vom Goethe-Institut Minsk realisierten und vom Auswärtigen Amt finanzierten Projekts für die Jahre 2020 und 2021. Dahinter verbergen sich (1) die fotografische Dokumentation historischer Orte und virtuelle Rekonstruktion ausgewählter Synagogen, (2) vielfältige Veranstaltungen, Konferenzen und Festivals sowie (3) der Impuls für das Nachdenken über ein Jüdisches Museum in Minsk. Dazu wollen wir bestehende Initiativen und Akteure vernetzen, sie mit Vertretern internationaler Museen zusammenbringen und in drei Workshops Chancen und Herausforderungen eines solchen Vorhabens ausloten. Am 24. Juni starten wir mit dem ersten Workshop und renommierten Referent*innen, darunter Michael Wolfssohn, Barbara Kirshenblatt-Gimblett (POLIN/Jüdisches Museum Warschau), Adam Kerpel-Fronius (Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas), Lija Chechik (Jüdisches Museum Moskau/Center of Tolerance) sowie einem Vertreter aus dem Jüdischen Museum Berlin.

Unsere lokalen Partner vor Ort sind das Museum der Jüdischen Gemeinde Minsk sowie das Zentrum für jüdisches Kulturerbe in Belarus.


Die Geschichtswerkstatt Minsk bekommt eine neue Dauerausstellung

vom 06.06.2020 09:14:36

In diesem und dem nächsten Jahr wird das Gebäude, eines der letzten auf dem Gebiet des ehemaligen Minsker Ghettos, mit Mitteln des Auswärtigen Amtes baulich instandgesetzt. Parallel erarbeiten wir eine Konzeption für die Gestaltung der Innenräume – eine Dauerausstellung, die über den Ort, das Ghetto und die Erinnerung daran informiert, eine verbesserte Bildungsarbeit mit Besuchern und Gruppen ermöglicht sowie weiterhin Gespräche und Begegnungen mit den letzten Zeitzeugen ermöglicht. Auf diese Weise soll die Geschichtswerkstatt als Lernort weiter professionalisiert und in internationale Netzwerke eingebunden werden. Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Architektin Galina Lewina und der Ausstellungsgestalterin Susanne Benzing haben wir beim ersten Online-Workshop Ende Mai mit der Arbeit begonnen und den Grundstein für die zukünftige Ausstellung gelegt.

Foto: https://de.wikipedia.org/wiki/%
C3%9Cber_Land_und_Meer

Neue Rubrik auf meiner Website: Miszellen

vom 14.05.2020 08:34:20

Auf www.tradicia.info gibt es eine neue Rubrik. Hier publiziere ich sehr unterschiedliche Texte, die nicht in die Kategorie wissenschaftlicher Veröffentlichungen fallen, wie sie in der Publikationsliste aufgeführt sind: Reiseberichte, Kommentare, Glossen, Notizen und literarische Experimente. Kenner werden sich wundern, warum die Rubrik dennoch mit Miszellen überschrieben ist, wenn es doch gerade nicht um wissenschaftliche Kurztexte geht. Das lateinische Wort miscellaneus meint gemischt, und so hat auch Theodor Fontane ihn verstanden, als er darunter in „Über Land und Meer“ ein unterhaltsames Erzählen, allerlei oder auch Anekdoten aus allen fünf Weltteilen verstand. Daran möchte ich mich orientieren, und darüber hinaus scheint es mir die beste Entsprechung des russischen очерк zu sein. Allerdings erscheinen hier nur Texte auf deutsch, denn so sehr ich die russische Sprache auch liebe, ich werde sie wohl nie auf einem zufriedenstellenden Niveau der Schriftsprache beherrschen.


„Schwer heilende Wunden ‐ 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges“ Mittwoch, 13. Mai 2020, 18.30 Uhr, Moskauer Zeit – online

vom 08.05.2020 08:32:15

Unter diesem Titel wird die zweite Veranstaltung im Rahmen der Moskauer Gespräche des Deutsch-Russischen Forums im online-Format nachgeholt, die ursprünglich für den 26. März geplant war und wegen Corona ausgefallen ist. Gemeinsam mit Irina Scherbakowa, Vorsitzende des Rates des Wissenschafts-, Informations- und Bildungszentrums „Memorial“, Pavel Polian, Direktor des Mandelstam-Zentrums, HSE Moskau und Arina Nemkowa, Leiterin der Stiftung zur Förderung und Entwicklung deutsch-russischer Beziehungen „Deutsch-russisches Begegnungszentrum“, St. Petersburg werden wir per Zoom diskutieren. U.a. soll es um die unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Russland und Deutschland und die Frage gehen, welchen Beitrag Museen und Ausstellungen 75 Jahre nach dem Ende Krieges leisten können, gegenseitiges Vertrauen zurückzugewinnen.

 Diskutieren Sie mit! Unter diesem Link können Sie sich anmelden. Sie erhalten per Email Ihren individuellen Zugang zur Web-Veranstaltung auf der Konferenz-Plattform RSI.

https://www.deutsch-russisches-forum.de/moskauer-gespraech-am-13-mai/3222798


Webinar zur Geschichte des 8./9. Mai 1945 mit der Armed Forces Attache‘ Spouses Association (AFASA)

vom 30.04.2020 11:38:51

Normalerweise wäre ich ja jetzt in Moskau. Dort würde ich meinen Forschungen und Projekten nachgehen. Und ich würde im Dienste des Vaterlandes zu den Veranstaltungen des Damenprogramms gehen. Das ist für mich die Armed Forces Attache‘ Spouses Association. All das kann ja jetzt bekanntlich nicht stattfinden. Daher treffen sich auch die Gattinnen der Militärattachés (Gatten sind bisher nicht dabei) im online-Format.

Am 8. Mai biete ich dort einen Vortrag über die Entwicklung des Feiertages in der Sowjetunion und Russland mit anschließender Diskussion an. Diese wird, wie ich die AFASA kennengelernt habe, sehr lebendig werden und Perspektiven aus aller Herren und Damen Länder der Welt miteinbringen. Ich freue mich darauf!


Rücktritt vom Vorstand der deutsch-belarussischen gesellschaft (dbg)

vom 24.04.2020 11:05:25

Nach gut zwei Jahren im Vorstand der dbg bin ich auf der letzten Mitgliederversammlung im April zurückgetreten. Ich war damit nicht allein, außer mir sind seit der Wahl zum neuen Vorstand im Dezember 2019 vier Vorstandsmitglieder zurückgetreten. Ich bedauere diese Entwicklung sehr und beabsichtige, die dgb weiterhin als Mitglied aktiv zu unterstützen. Allerdings hatte sich nach der Neubesetzung des Postens des Vorsitzenden durch Markus Meckel die Zusammenarbeit aller Vorstandsmitglieder als nicht konstruktiv erwiesen. Aktuell arbeitet der Vorstand mit nur drei Mitgliedern weiter. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Entwicklungen in Belarus und des deutsch-belarussischen Verhältnisses ist es ausgesprochen schade, dass sich die Zusammensetzung des Vorstandes so nicht halten konnte. Sie hätte einen Generationenwechsel eingeleitet, neue und bisher in der dgb vernachlässigte Aspekte der inhaltlichen Arbeit mit sich gebracht und das renommierte Minsk-Forum erneuern können.


„Schwer heilende Wunden ‐ 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges“

vom 22.03.2020 14:52:00

So lautet der Titel der zweiten Veranstaltung im Rahmen der Moskauer Gespräche des Deutsch-Russischen Forums, das für den 26. März geplant war. Gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in Moskau, Géza Andreas von Geyr, dem früheren Botschafter der Russischen Föderation in Berlin, Wladimir Grinin, der Osteuropahistorikerin Bianka Pietrow-Ennker sowie einem russischen Kollegen war ich aufs Podium geladen. U.a. sollte es um die unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Russland und Deutschland und die Frage gehen, welchen Beitrag Museen und Ausstellungen 75 Jahre nach dem Ende Krieges leisten können, gegenseitiges Vertrauen zurückzugewinnen.
Leider ist die Veranstaltung aufgrund der Corona-Krise abgesagt worden und soll zu einem späteren Termin nachgeholt werden.