Blog


Die Geschichtswerkstatt Minsk bekommt eine neue Dauerausstellung

vom 06.06.2020 09:14:36

In diesem und dem nächsten Jahr wird das Gebäude, eines der letzten auf dem Gebiet des ehemaligen Minsker Ghettos, mit Mitteln des Auswärtigen Amtes baulich instandgesetzt. Parallel erarbeiten wir eine Konzeption für die Gestaltung der Innenräume – eine Dauerausstellung, die über den Ort, das Ghetto und die Erinnerung daran informiert, eine verbesserte Bildungsarbeit mit Besuchern und Gruppen ermöglicht sowie weiterhin Gespräche und Begegnungen mit den letzten Zeitzeugen ermöglicht. Auf diese Weise soll die Geschichtswerkstatt als Lernort weiter professionalisiert und in internationale Netzwerke eingebunden werden. Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Architektin Galina Lewina und der Ausstellungsgestalterin Susanne Benzing haben wir beim ersten Online-Workshop Ende Mai mit der Arbeit begonnen und den Grundstein für die zukünftige Ausstellung gelegt.


„Schwer heilende Wunden ‐ 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges“ Mittwoch, 13. Mai 2020, 18.30 Uhr, Moskauer Zeit – online

vom 08.05.2020 08:32:15

Unter diesem Titel wird die zweite Veranstaltung im Rahmen der Moskauer Gespräche des Deutsch-Russischen Forums im online-Format nachgeholt, die ursprünglich für den 26. März geplant war und wegen Corona ausgefallen ist. Gemeinsam mit Irina Scherbakowa, Vorsitzende des Rates des Wissenschafts-, Informations- und Bildungszentrums „Memorial“, Pavel Polian, Direktor des Mandelstam-Zentrums, HSE Moskau und Arina Nemkowa, Leiterin der Stiftung zur Förderung und Entwicklung deutsch-russischer Beziehungen „Deutsch-russisches Begegnungszentrum“, St. Petersburg werden wir per Zoom diskutieren. U.a. soll es um die unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Russland und Deutschland und die Frage gehen, welchen Beitrag Museen und Ausstellungen 75 Jahre nach dem Ende Krieges leisten können, gegenseitiges Vertrauen zurückzugewinnen.

 Diskutieren Sie mit! Unter diesem Link können Sie sich anmelden. Sie erhalten per Email Ihren individuellen Zugang zur Web-Veranstaltung auf der Konferenz-Plattform RSI.

https://www.deutsch-russisches-forum.de/moskauer-gespraech-am-13-mai/3222798


Webinar zur Geschichte des 8./9. Mai 1945 mit der Armed Forces Attache‘ Spouses Association (AFASA)

vom 30.04.2020 11:38:51

Normalerweise wäre ich ja jetzt in Moskau. Dort würde ich meinen Forschungen und Projekten nachgehen. Und ich würde im Dienste des Vaterlandes zu den Veranstaltungen des Damenprogramms gehen. Das ist für mich die Armed Forces Attache‘ Spouses Association. All das kann ja jetzt bekanntlich nicht stattfinden. Daher treffen sich auch die Gattinnen der Militärattachés (Gatten sind bisher nicht dabei) im online-Format.

Am 8. Mai biete ich dort einen Vortrag über die Entwicklung des Feiertages in der Sowjetunion und Russland mit anschließender Diskussion an. Diese wird, wie ich die AFASA kennengelernt habe, sehr lebendig werden und Perspektiven aus aller Herren und Damen Länder der Welt miteinbringen. Ich freue mich darauf!


„Schwer heilende Wunden ‐ 75 Jahre Ende des Zweiten Weltkrieges“

vom 22.03.2020 14:52:00

So lautet der Titel der zweiten Veranstaltung im Rahmen der Moskauer Gespräche des Deutsch-Russischen Forums, das für den 26. März geplant war. Gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in Moskau, Géza Andreas von Geyr, dem früheren Botschafter der Russischen Föderation in Berlin, Wladimir Grinin, der Osteuropahistorikerin Bianka Pietrow-Ennker sowie einem russischen Kollegen war ich aufs Podium geladen. U.a. sollte es um die unterschiedlichen Erinnerungskulturen in Russland und Deutschland und die Frage gehen, welchen Beitrag Museen und Ausstellungen 75 Jahre nach dem Ende Krieges leisten können, gegenseitiges Vertrauen zurückzugewinnen.
Leider ist die Veranstaltung aufgrund der Corona-Krise abgesagt worden und soll zu einem späteren Termin nachgeholt werden.

Abbildung: http://www.gwminsk.com/

Neustart für die Geschichtswerkstatt in Minsk

vom 01.03.2020 05:26:54

Bei seinem Besuch im Sommer 2018 zur Einweihung der Gedenklandschaft in der Blagowschtschina auf dem Gelände der ehemaligen Vernichtungsstätte Maly Trostenez hat Bundespräsident Steinmeiner mit Alexander Lukaschenko über den Verkauf der Geschichtswerkstatt an die IBB Minsk gesprochen. Jetzt ist es soweit: Seit dem 27. Februar ist die deutsch-belarussische Bildungs- und Begegnungsstätte Eigentümerin eines der letzten historischen Gebäude des Minsker Ghettos, in dem sich seitt 2003 die Geschichtswerkstatt befindet.

In diesem und dem nächsten Jahr wird das Haus mit Mitteln des Auswärtigen Amtes baulich instand gesetzt und erhält eine moderne Dauerausstellung. Sie ist Teil des Konzepts, diesen historischen Lernort weiter zu professionalisieren und in internationale Netzwerke einzubinden. Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Architektin Galina Lewina und einem Ausstellungsgestalter werden wir in den nächsten Monaten eine Konzeption für die Ausstellung entwickeln, die im kommenden Jahr realisiert werden soll.

Die gelben Zettel in Trostenec erinnern an die aus Österreich hierher deportierten Juden.

29.1.2020 Vortrag in Augsburg

vom 06.01.2020 11:53:30

Auf Einladung der Universität und des Jüdischen Museums in Augsburg werde ich im Rahmen des „Kolloquiums Kunst- und Kulturgeschichte“ am 29. Januar des neuen Jahres im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben einen Vortrag über den „Holocaust in der Erinnerungskultur von Weißrussland“ halten.

www.welt.de

Interview auf welt.de/geschichte

vom 23.09.2019 08:42:05

Die aktuelle Debatte um ein Denkmal für die polnischen Opfer des NS-Vernichtungskrieges in Berlin findet im Kontext der Erinnerung an den 80. Jahrestag des Kriegsbeginns am 1. September 1939 statt. Diesem voraus ging der Hitler-Stalin-Pakt mit einem Zusatzprotokoll. Darin verständigten sich Hitler und Stalin über ihre zukünftigen Einflusssphären in Europa und die Aufteilung Polens. Die Folge waren der Überfall der Wehrmacht auf Polen am 1. September und die Besatzung Ostpolens durch die Sowjetunion am 17. September 1939.

Der Kriegseintritt der Sowjetunion und die sich daraus ergebenden Folgen für die ostpolnischen Gebiete finden in der gegenwärtigen Diskussion nur wenig Aufmerksamkeit. Dieses, heute noch in Belarus als „Wiedervereinigung“ erinnerte Datum ist Gegenstand meines Interviews mit Sven Felix Kellerhoff.

Aliaksandr Dalhouski und ich (Juni 2018 in Minsk)

»Die Heldentat des Volkes ist unsterblich!«

vom 20.05.2019 18:24:00

Diese Worte stehen an der Häuserwand auf dem Platz des Sieges in Minsk, und so lautet auch der Titel einer Diskussionsveranstaltung im Ort der Information der Stiftung Denkmal ermordeter Juden Europas am 5. Juni um 18.00 Uhr. Moderiert von Adam Kerpel-Fronius werden Aliaksandr Dalhouski (Geschichtswerkstatt Minsk) und ich aus Anlass des 75. Jahrestages der Befreiung von Belarus über aktuelle Fragen der Erinnerungskultur in Weißrussland sprechen.

Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit der Botschaft der Republik Belarus in Berlin.

Weitere Informationen hier.


Vorträge zu Trostenez

vom 15.04.2019 16:53:01

Meine aktuelle Vortragstätigkeit zur Geschichte und Erinnerungskultur des Vernichtungsortes Trostenez, Minsk/Belarus umfasst folgende Konferenzen:

  • Internationale Tagung „Deutschland und Belarus“ an der Historischen Fakultät der Linguistischen Universität Minsk/Belarus, Minsk. Belarus, 5.4.2019, in russischer Sprache,
  • Internationales Symposium „Museums in XXI Century: New Meanings, New Space, New Imagery“, ICOM Belarus, 9./10.4.2019, Minsk, in russischer Sprache,
  • Jahrestagung der „Arbeitsgruppe Internationale Geschichte“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD): „Außenbeziehungen und Erinnerung von der Antike bis in die Gegenwart“, veranstaltet vom 16. – 18. Mai 2019, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt.


„The Forgotten Front“ – nominiert für den Tomlinson-Preis der World War One Historical Association (WW1HA)

vom 10.01.2019 16:40:16

Noch immer steht die Forschung zur Ostfront des Ersten Weltkrieg im Schatten der westlichen Kriegsschauplätze. Zwar sind seit dem 10. Jahrestag 2014 viele zahlreiche Publikationen erschienen. Offenbar gilt das aber nicht für den englischsprachigen Raum, konkret die US-amerikanische Forschung.

Dafür spricht jedenfalls, dass der Sammelband des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (heute Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) aus dem Jahre 2004 praktisch ohne Änderungen oder Aktualisierungen kürzlich ins Englische übersetzt und sogleich für den im Titel genannten Preis nominiert worden ist.

Ich habe darin einen Beitrag über den Moskauer Brüderfriedhof publiziert, der 2004, also zum 90. Jahrestag, als wir die erste große Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im DHM gemacht haben, noch weitgehend unbekannt war. Seitdem ist viel passiert: Das Gelände deutlich erweitert und umgestaltet, neue Gedenksteine aufgestellt und der Friedhof wieder in das offizielle Gedächtnis zurückgekehrt. Das hätte ich gerne in den Text eingearbeitet, aber mit Mühe und Not konnte ich eine einzige Fußnote am Ende des Textes platzieren, die auf den Forschungsstand des Beitrags von 2004 und die nachfolgenden Entwicklungen hinweist. Dazu gehört nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Russland. Für die amerikanischen Leser scheint jedoch selbst der überholte Stand der Forschung einen Erkenntnisgewinn zu bringen, was insgesamt dafür spricht, dass es zur Ostfront noch immer einen Nachholbedarf gibt.